Die elektronische Signatur

Die qualifizierte elektronische Signatur ist das Pendant zur herkömmlichen handschriftlichen Unterschrift. Was die traditionelle Unterschrift auf Papierdokumenten leistet, leistet die elektronische Signatur in der digitalen Welt.

Eine Unterschrift - egal ob elektronisch oder handschriftlich - belegt, dass das Dokument von der Person herrührt, die es unterschrieben hat. Somit ordnet sie eine Willenserklärung einem Urheber zu. Dadurch wird das Dokument auf Dauer zuordenbar und überprüfbar.

So werden in der Regel Verträge, wie etwa der Kauf eines Gebrauchtwagens, unterschrieben. Das ist zwar rechtlich nicht notwendig, da solche Verträge auch mündlich vereinbart werden können. Die meisten Menschen möchten jedoch mit einer Unterschrift den Vertrag rechtssicher machen.

Im Zeitalter der Digitalisierung ist ein Ersatz für die traditionelle, handschriftliche Unterschrift notwendig. Die elektronische Signatur ist ein eindeutiger digitaler „Schlüssel“, der so mit Nutzdaten verknüpft und diesen beigefügt wird, dass eine nachträgliche Veränderung der Nutzdaten erkannt werden kann. Außerdem kann die Urheberschaft der Signatur über ein Verzeichnis (ähnlich einem Telefonbuch) langfristig überprüft werden.   

Besondere Vorteile der elektronischen Signatur: Mehr Zeit, Geld und Komfort

Abgesehen von der Tatsache, dass eine qualifizierte elektronische Signatur die handschriftliche im digitalen Datenverkehr lückenlos ersetzt, weist sie besondere Vorteile gegenüber der herkömmlichen Unterschrift auf. So können sehr schnell sehr viele Dokumente unterschrieben werden. Dazu braucht es jedoch eine Signatursoftware. So kann eine Vielzahl zu signierender Dokumente ausgewählt und mit nur einer Eingabe der Signatur-PIN unterzeichnet werden. Auch können vorab Dokumente, die inhaltlich gleichartig sind (Rechnungen), signiert werden.

Ein weiterer praktischer Vorteil: Ein Vertrag kann in Sekundenschnelle von einem Ort zu einem anderen per Mail versendet und unterschrieben werden. Ein langwieriger und umständlicher Postdienst oder gar das persönliche Zusammenkommen der Parteien ist nicht mehr notwendig. Eine elektronische Unterschrift spart demnach Zeit, Geld und bietet mehr Bequemlichkeit.

Weitere Vorteile der elektronischen Signatur: Mehr Sicherheit

Eine handschriftliche Unterschrift lässt sich relativ leicht fälschen und damit missbräuchlich benutzen. Bei einer elektronischen Signatur hingegen ist eine Fälschung nahezu ausgeschlossen, bzw. kann sofort als solche erkannt werden, denn sie ist über ein Verzeichnis jederzeit von jedermann überprüfbar. Die Unterschrift kann demnach zuverlässig dem Urheber zugeordnet werden, ohne dass Ausweisdokumente oder gar die Anwesenheit eines Notars notwendig sind. 

Ein besonders gutes Einsatzfeld für elektronische Unterschriften ist die öffentliche Verwaltung. Häufig ist die Unterschrift eines Bürgers notwendig, um zum Beispiel einen Antrag zu stellen. Allein aufgrund der Menge der Vorgänge werden Verfahren nicht nur erheblich beschleunigt und Gelder gespart. Dem Bürger kann deutlich mehr Komfort angeboten werden. Er kann unabhängig von Öffnungszeiten und bequem vom heimischen Rechner aus seine Behördengänge erledigen.

Nutzung eines Pseudonyms

Wer ein Dokument zwar unterzeichnen, aber nicht mit seinem Klarnamen unterschreiben möchte, kann ein Pseudonym nutzen. Vergleichbar ist dieses Pseudonym mit einer unleserlichen, aber dennoch eindeutig zu identifizierenden handschriftlichen Signatur. Dieses nennt sich Pseudonymzertifikat und wird von Zertifizierungsdienstleistern angeboten.

Zeitstempel

Ein Zeitstempel bescheinigt, dass bestimmte Dokumente zu einer bestimmten Zeit vorgelegen haben. Damit wird ein Dokument noch aussage- und beweiskräftiger. Genutzt wird ein Zeitstempel immer dann, wenn der Zeitpunkt der Unterschrift relevant ist. Beispiel: Wird ein Vertrag unterschrieben, ist es wichtig festzuhalten, ob der Unterzeichnende zu dem Zeitpunkt überhaupt geschäftsfähig war. Ob er vor oder nach Erreichen der Volljährigkeit unterzeichnet hat. Bei der Prüfung der Unterschrift wird der Status des Zertifikats geprüft, zu dem die Signatur erfolgte. Die Systemzeit eines Computers kann zwar auch eine entsprechende Aussage erteilen. Diese ist jedoch manipulierbar und damit unzuverlässig.